Du willst in den Vertrieb einsteigen, weißt aber nicht genau, was auf dich zukommt? Folgend erfährst du, was Vertrieb bedeutet und was es für den Einstieg braucht.
Was ist Vertrieb?
Unter Vertrieb versteht man alle Aktivitäten, die dazu dienen, Produkte oder Dienstleistungen an Kunden zu bringen. Vertrieb ist die Schnittstelle zwischen Unternehmen und Markt: Du arbeitest daran, Bedarf zu erzeugen, Lösungen zu präsentieren, Abschlüsse zu erzielen und Kunden langfristig zu binden. Vertrieb ist damit viel mehr als reines Verkaufen — er umfasst Marktanalyse, Beratung, Verhandlung, After-Sales-Service und oft auch die Strategiearbeit, wie Produkte positioniert werden.
Welche Bereiche des Vertriebs – Englisch: Sales – gibt es?
Der Vertrieb ist vielfältig. Hier einige Beispiele:
- Außendienst: Du besuchst Kunden vor Ort, führst Beratungsgespräche und schließt Geschäfte persönlich ab. Stark beziehungsorientiert.
- Innendienst: Der Vertriebsinnendienst umfasst telefonische Beratung, Angebotsbearbeitung, Auftragsabwicklung. Oft die Schnittstelle zu Außendienst und Backoffice.
- Key Account Management: Betreuung großer oder strategisch wichtiger Kunden mit langfristigen Verträgen.
- Telesales / Inside Sales: Verkaufs- oder Lead-Qualifizierungsprozesse per Telefon/Video. Schnell, datengetrieben und oft zielorientiert mit KPIs.
- B2B-Vertrieb: Verkauf an andere Unternehmen. Oft komplexere Produkte, längere Entscheidungswege und Verhandlungen.
- B2C-Vertrieb: Verkauf an Endkunden. Häufig schnellere Kaufentscheidungen, höhere Stückzahlen, mehr Marketingnähe.
- Technischer Vertrieb: Du kombinierst Verkauf mit technischem Know-how (z. B. Maschinen, Software). Produktverständnis ist hier zentral.
- E‑Commerce / Digitaler Vertrieb: Online-Shops, Plattformen, Performance-Marketing und Conversion-Optimierung sind hier die Werkzeuge.
- Channel- & Partnervertrieb: Vertrieb über Handelspartner, Distributoren oder Reseller — Fokus auf Partnerschaften und Konditionen.
Viele Unternehmen kombinieren diese Bereiche. Beispielsweise arbeitet ein Außendienst mit dem Innendienst zusammen, und E‑Commerce kümmert sich um die Lead-Generierung im Vertrieb.
„Dickes Fell“ als Voraussetzung für den Berufseinstieg im Vertrieb?
Im Vertrieb hört man oft, man brauche ein dickes Fell. Das hat einen Kern an Wahrheit: Du wirst Ablehnung erleben, Angebote werden abgelehnt, Meetings abgesagt und auch mal schlechte Tage kommen. Aber dickes Fell heißt nicht Gefühle herunterschlucken oder gar komplett gefühllos sein. Es bedeutet:
- Resilienz: Mit Rückschlägen umgehen, daraus lernen und weitermachen.
- Emotionale Stabilität: Nicht jede Absage persönlich nehmen, sondern analysieren, warum es nicht geklappt hat.
- Professionalität: Freundlich bleiben, auch wenn’s nicht läuft, und den Fokus auf Lösung suchen.
Wichtig: Resilienz lässt sich trainieren. Mentales Training, Coaching, spielerische Zielsetzung (Micro-Ziele) und Learning from Failure helfen dir, ein gesundes „dickes Fell“ aufzubauen.
Welche weiteren Voraussetzungen brauchst du, um im Vertrieb zu lernen ?
Neben einer gewissen psychischen Robustheit sind diese Fähigkeiten und Eigenschaften für Einsteiger besonders wichtig:
- Kommunikationsstärke: Klar, überzeugend und empathisch sprechen.
- Aktives Zuhören: Bedürfnisse erkennen und passende Lösungen anbieten.
- Überzeugungskraft und Verhandlungsgeschick: Argumente strukturiert vorbringen und zu guten Konditionen verhandeln.
- Organisationstalent: Termine, Leads und Follow-ups sauber managen (CRM-Kenntnisse sind ein Plus).
- Eigenmotivation und Zielorientierung: KPI-Orientierung (Umsatz, Anzahl Meetings, Abschlussrate) ist üblich.
- Digitale Kompetenzen: Umgang mit CRM-Systemen, MS Office, Video-Calls, Social Selling (z. B. LinkedIn).
- Produkt- und Branchenwissen: Du musst dein Angebot verstehen – je technischer das Produkt, desto tiefer das Wissen.
- Flexibilität: Reisebereitschaft, wechselnde Arbeitszeiten oder Messen sind häufig Teil des Jobs.
Ausbildung, Studium, Weiterbildung oder Quereinstieg?
Es gibt keinen einzig richtigen Weg in den Vertrieb. Welcher für dich passt, hängt von deinen Zielen, Vorkenntnissen und Lebensumständen ab. Hier eine Betrachtung der Wege:
1. Ausbildung
Typische Ausbildungsberufe: Kaufmann/-frau im Groß‑ und Außenhandel, Kaufmann/-frau für Büromanagement, Einzelhandelskaufmann/-frau, Industriekaufmann/-frau u. a. Die Ausbildung vermittelt kaufmännische Grundlagen, Kundenkontakt und Praxis im Unternehmen.
- Vorteile: Früher Einstieg ins Berufsleben, praktische Erfahrung, Vergütung während der Ausbildung, gute Übernahmechancen.
- Nachteile: Theoretische Tiefe (z. B. in BWL/Marketing) ist begrenzt; Karrierepfad kann langsamer aussehen als mit Studium.
2. Studium
Studiengänge wie Betriebswirtschaftslehre (BWL), Sales Management, Marketing oder Wirtschaftsingenieurwesen bieten fundiertes Wissen. Viele Unternehmen suchen Hochschulabsolventen für Trainee‑Programme oder Key‑Account‑Positionen.
- Vorteile: Tieferes Verständnis für Strategie, Analytik und Management; oft bessere Aufstiegs- und Gehaltschancen.
- Nachteile: Weniger Praxis in frühen Semestern; Studium dauert mehrere Jahre; Einstieg kann theoretischer sein.
3. Weiterbildung
Weiterbildungen (z. B. IHK‑Zertifikate, Sales‑Trainings, Kommunikationsseminare, Fernkurse) sind ideal, um fehlende Skills nachzuholen oder sich zu spezialisieren.
- Vorteile: Flexibel, oft berufsbegleitend, praxisorientiert und direkt anwendbar.
- Nachteile: Kosten können anfallen; ohne Praxis oder Netzwerk reicht Zertifikat alleine nicht immer.
4. Quereinstieg
Viele Vertriebler kommen aus ganz anderen Bereichen – Technik, Gastronomie, Projektmanagement oder Service. Quereinsteiger bringen oft wertvolle Soft Skills und Erfahrung mit.
- Vorteile: Diverse Erfahrung, frische Perspektiven, oft schnellerer Aufstieg wenn das Branchenwissen passt.
- Nachteile: Ggf. fehlende formale Vertriebsausbildung; Akzeptanz ist manchmal schwerer zu gewinnen; Einarbeitungszeit.
Fazit
Der Berufseinstieg im Vertrieb ist vielseitig und bietet Chancen: Ob du über eine klassische Ausbildung, ein Studium, Weiterbildung oder über den Quereinstieg kommst – jede Route hat ihre Stärken. Entscheidender als der Weg ist deine Fähigkeit, Kundenbedürfnisse zu verstehen, klar zu kommunizieren, resilient mit Rückschlägen umzugehen und kontinuierlich dazuzulernen.
Gerne beantworten wir deine offenen Fragen und informieren dich über den Ablauf unserer Programme:
Häufig gestellte Fragen
Welche Einstiegsgehälter kann ich im Vertrieb erwarten?
Das variiert stark nach Branche, Region (z. B. Stadt vs. ländliche Regionen), Unternehmensgröße und ob Provisionen üblich sind. Typischerweise gibt es ein Grundgehalt plus variable Vergütung.
Welche Jobtitel sind typische Einstiegspositionen im Vertrieb?
Beispiele: Sales Representative, Junior Account Manager, Vertriebsmitarbeiter (m/w/d) Innendienst, Junior Sales Consultant, Telesales Agent.
Wie lang dauert die Einarbeitung im Vertrieb?
Je nach Produkt und Branche 3–12 Monate, für sehr technische Produkte kann es länger dauern. In Trainee‑Programmen ist oft eine feste Einarbeitungsphase vorgesehen.
Wie wichtig sind Fremdsprachen?
In international tätigen Unternehmen sehr wichtig — Englisch ist meist Voraussetzung, weitere Sprachen (Französisch, Spanisch) sind ein Plus.
Wie kann ich als Introvertierter im Vertrieb erfolgreich sein?
Introvertierte können sehr erfolgreich sein: Setze auf Berater‑ und Lösungsverkauf, bereite dich sorgfältig vor und nutze schriftliche und digitale Kanäle, in denen du dich wohlfühlst.
Gibt es Zertifikate, die im Vertrieb besonders geschätzt werden?
Branchenspezifische Zertifikate (z. B. IHK‑Zertifikate), CRM‑Zertifikate (Salesforce, HubSpot) oder Verhandlungs‑/Kommunikationskurse sind oft nützlich.
Wie finde ich erste Kunden oder Leads als Quereinsteiger?
Netzwerk, Social Selling (LinkedIn), lokale Veranstaltungen, Kooperationen mit kleinen Agenturen und aktive Ansprache per E‑Mail/Telefon sind effektive Wege.


